Presse

„Die Arbeiten des deutsch-afghanischen Künstlers Aatifi zur modernen Interpretation ,islamischer‘ Kalligrafie zeigen auf beeindruckende Art und Weise, wie Elemente einer langen kultur- und kunstgeschichtlichen Tradition in seinen Malereien und Grafiken durch spektakuläre Neuinterpretationen zu neuem Leben erweckt werden. Die persische oder arabische Kalligrafie – die wichtigste Kunstform in der klassisch-islamischen Welt – wird so von einem nur kulturell verständlichen ,Schriftcode‘ zum Teil einer modernen internationalen Kunstsprache – und das bei Aatifi in einem hohen qualitativen Maßstab.“

Professor Dr. Stefan Weber, Direktor, Museum für Islamische Kunst im Pergamonmuseum Berlin

„Aatifi schlägt die Brücke zwischen zwei kulturellen Identitäten und zwei sehr verschiedenen Kulturtechniken: der Malerei und Grafik und der Kalligrafie.

Aatifi zelebriert überdies eine wunderbare Sache, die im völligen Kontrast zu den strengen Regeln der Kalligrafie steht. Er zelebriert den Zufall. Strukturen, Überschneidungen, Farbflecken, die sich durch den Prozess des Farbauftrags ergeben, oder durch Abdrücke und Wischeffekte, die nicht planbar, nur erahnbar bleiben.

Aatifi hat mit den zahlreichen Werken, die nach der Ausstellung im Pergamonmuseum Berlin entstanden sind, eine Rückbesinnung zu den monochromen Tuschezeichnungen seiner Zunft angestrebt. Er gibt seinen Formen den Schliff, den er als Kalligraf von allen Strichen und Linien abverlangt. Diese Lehre der Kontemplation und Neuausrichtung von bereits Erfolgtem ist ein erfrischender Perspektivwechsel.“

 

Raiko Oldenettel, Kunsthistoriker, Kunsthalle Bielefeld

 

 

Einzelausstellung

Aatifi – News from Afghanistan

Malerei, Grafik, Video

3.7. – 18.10.2015

Pergamonmuseum Berlin, Museumsinsel

Ausstellungsbanner zu „Aatifi – News from Afghanistan“ im Eingangsbereich des Museums für Islamische Kunst im Pergamonmuseum Berlin: Die Einzelausstellung des afghanisch-deutschen Künstlers von Juli bis Oktober 2015 umfasste drei Dutzend Malereien und  Grafiken aus 2015 und den Vorjahren.                          Foto: Michael Halfar

                                                                                        

 

Einzelausstellung „Aatifi – News from Afghanistan“: Aufgang zum Museum für Islamische Kunst im Pergamonmuseum Berlin, in dem fünf großformatige Malereien von Aatifi im Format 230 mal 190 Zentimeter bzw. 190 mal 230 Zentimeter präsentiert waren. Die Arbeiten auf Leinwand aus 2015 korrespondierten mit Schriftstelen der alten Sumerer (Mitte unten).                                                                    Foto: Joachim Grothus                                                                                                           

                                                                                                                                                                                                                    

Einzelausstellung „Aatifi – News from Afghanistan“: Aufgang zum Museum für Islamische Kunst im Pergamonmuseum Berlin, in dem fünf großformatige Malereien von Aatifi aus 2015 im Format 230 mal 190 Zentimeter bzw. 190 mal 230 Zentimeter präsentiert waren.                                                                          Foto: Joachim Grothus

Einzelausstellung „Aatifi – News from Afghanistan“: Blick in das Buchkunst-Kabinett, in dem in zwei Räumen mehr als ein Dutzend Tuschezeichnungen und Aquatinta-Reservage-Drucke, darunter große Formate bis zu 70 mal 70 Zentimeter (Mitte) von Aatifi aus 2015 und den Vorjahren zu sehen war.                                                                            Foto: Joachim Grothus

 

Einzelausstellung „Aatifi – News from Afghanistan“: Blick in das Buchkunst-Kabinett, in dem in zwei Räumen mehr als ein Dutzend Tuschezeichnungen und Aquatinta-Reservage-Drucke von Aatifi aus 2015 und den Vorjahren zu sehen waren.                                  Foto: Jennifer Endom

 

Einzelausstellung „Aatifi – News from Afghanistan“: Blick aus dem Buchkunst-Kabinett mit Druckgrafiken von Aatifi in den Mschatta-Saal mit einer Malerei aus der Blauen Reihe aus 2015 im Format 150 mal 190 Zentimeter.                                                           Foto: Joachim Grothus

 

Einzelausstellung „Aatifi – News from Afghanistan“: Eine Malerei im Format 230 mal

190 Zentimeter aus 2014 im Vorraum des Mschatta-Saals mit Blick in das Buchkunst-Kabinett, in dem mehr als ein Dutzend Grafiken präsentiert wurden.  

Foto: Uli Horaczek

„Ausstellungseröffnung „Aatifi – News from Afghanistan“: Blick in den Vorraum des Mschatta-Saals mit einer zweiteiligen Malerei Aatifis aus 2014 im Format 300 mal 380 Zentimeter, rechts der Anfang des filmischen Künstlerportraits.    

Foto: Jennifer Endom

Ausstellungseröffnung „Aatifi – News from Afghanistan“: Professor Dr. Stefan Weber (l.), Direktor des Museums für Islamische Kunst im Pergamonmuseum Berlin, mit dem Künstler vor einer zweiteiligen Malerei Aatifis aus 2014 im Format 300 mal 380 Zentimeter, rechts ein Ausschnitt des filmischen Künstlerportraits.

                                                                                                         Foto: Jennifer Endom

Einzelausstellung „Aatifi – News from Afghanistan“: Im Vorraum des Mschatta-Saals informierten zwei Videos über den Künstler Aatifi und die Entstehung und Weiterentwicklung seiner skripturalen Kunst, mit Blick auf den Mschatta-Saal mit einer Malerei von Aatifi aus 2015 aus der Blauen Reihe im Format 150 mal 190 Zentimeter. 

                                                                                                    Foto: Joachim Grothus

Einzelausstellung „Aatifi – News from Afghanistan“: Blick in den Mschatta-Saal mit zwei Malereien von Aatifi aus 2015, eine Arbeit aus der Blauen Reihe im Format 150 mal 190 Zentimeter und eine zweiteilige Arbeit im Format 300 mal 380 Zentimeter.

                                                                                                         Foto: Jennifer Endom     

Einzelausstellung „Aatifi – News from Afghanistan“: Blick in den Mschatta-Saal mit einer sechsteiligen Malerei im Format 380 mal 600 Zentimeter aus 2015, die mit der Fassade eines Kalifenpalastes aus Jordanien (8. Jh.) korrespondierte.                                

           Foto: Joachim Grothus

Ansprache des Künstlers bei der Ausstellungseröffnung „Aatifi – News f from Afghanistan“ am Freitag, 2. Juli 2015 im Mschatta-Saal, Pergamonmuseum Berlin

                                                                                                Foto: Jennifer Endom

Ausstellungseröffnung „Aatifi – News from Afghanistan“ mit rund 120 geladenen Gästen am Freitag, 2. Juli 2015 im Mschatta-Saal, Pergamonmuseum Berlin        

Foto: Michael Halfar

Afghanisch-deutscher Künstler Aatifi im Pergamonmuseum

 

Abstrakte Kunst im Dialog mit

Kultur aus 14 Jahrhunderten

Berlin/Bielefeld. Mit der Einzelausstellung „Aatifi – News from Afghanistan. Malerei, Grafik, Video“ hat das Museum für Islamische Kunst im Sommer und Herbst 2015 zeitgenössische Kunst mit Bezug zur islamischen Welt präsentiert. Vom 3. Juli bis zum 18. Oktober 2015 waren im Pergamonmuseum rund drei Dutzend Werke des afghanisch-stämmigen Malers und Grafikers Aatifi zu sehen: abstrakt-skripturale, farbintensive Malereien in Großformaten, Radierungen und Tuschezeichnungen.

Die Ausstellung umfasste eigens von Aatifi für das Museum für Islamische Kunst im Pergamonmuseum Berlin geschaffene Malereien und Grafiken aus den Jahren 2015 und 2014. Die Großformate des Künstlers waren in die Dauerausstellung des Museums eingebettet und damit umgeben von islamischer Kultur aus vierzehn Jahrhunderten. Höhepunkt der Ausstellung war eine Installation im Mschatta-Saal, eine der Hauptattraktionen im Pergamonmuseum Berlin: Der monumentalen, frühislamischen Palast-Fassade aus Jordanien aus dem 8. Jahrhundert waren an den Stirnwänden zwei Malereien von Aatifi im Format von 3,80 mal 6 Metern und 3 mal 3,80 Metern gegenübergestellt. „1.250 Jahre Kunst im Dialog“, wie Museumsdirektor Professor Dr. Stefan Weber betonte.

Drei Dutzend Malereien und Papierarbeiten

Im Buchkunst-Kabinett mit seinen zwei Räumen waren Papierarbeiten – Aquatinta-Reservage-Radierungen und Tuschezeichnungen – zu sehen. Zwei Filme, realisiert in Kooperation mit dem Fachbereich Medienproduktion der Hochschule Ostwestfalen-Lippe und dem Filmhaus Bielefeld e.V., gaben Einblick in die Entstehung und Entwicklung der skripturalen Kunst Aatifis und die lange Tradition islamischer Kalligrafie.

Die Ästhetik der Form, Farbe und Licht, Kraft und Dynamik, Tiefe und Raum stehen in der abstrakten Malerei und Grafik von Aatifi im Vordergrund. Geboren 1965 in Kandahar, Afghanistan, hat der seit 1995 in Deutschland und seit 1999 in Bielefeld lebende Künstler aus der traditionellen Kalligrafie eine eigenständige, universelle Bildsprache – ohne jeden Textbezug – entwickelt. In seinen zum Teil monumentalen Werken verbindet er kalligrafische Fragmente mit Stilelementen moderner Kunst. Der ausgebildete Kalligraf, der an der Fakultät der Schönen Künste in Kabul und an der Hochschule für Bildende Künste Dresden Malerei studiert hat, nutzt für seine Werke ausgewählte Schriftzeichen unter rein ästhetischen und kompositorischen Aspekten.

Beachtliche Medienresonanz und internationale Beachtung

Die Einzelausstellung „Aatifi – News from Afghanistan“ im Pergamonmuseum Berlin auf der Museumsinsel, die eine beachtliche Medienresonanz und internationale Beachtung fand, war ein Projekt des Museums für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin mit Unterstützung der Freunde des Museums für Islamische Kunst. Die Ausstellungsräume besuchten in der dreieinhalbmonatigen Laufzeit mehr als 230.000 Menschen aus aller Welt. Zur Ausstellung ist im Kerber Verlag (Bielefeld/Berlin) eine Publikation auf deutsch und englisch mit 132 Seiten und zahlreichen Abbildungen erschienen (ISBN 978-3-7356-0114-8).